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Factoring-Lexikon

Zahlungsverzug

Zahlungsverzug liegt vor, wenn dein Kunde eine fällige Rechnung nicht rechtzeitig bezahlt, obwohl die Voraussetzungen des § 286 BGB erfüllt sind, etwa eine Mahnung nach Fälligkeit oder der Ablauf von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung. Ab dann schuldet er Verzugszinsen und Ersatz des Verzugsschadens.

  • Erklärt von Rene van Laer

Eine Rechnung ist schnell überfällig, aber nicht jede überfällige Rechnung bedeutet schon Verzug. Der Unterschied ist wichtig: Erst im Verzug kannst du Zinsen, die Pauschale und deine Kosten verlangen.

Ab wann ist ein Kunde in Zahlungsverzug?

Zuerst muss die Rechnung fällig sein. Beim Bauvertrag heißt das: Abnahme und prüffähige Schlussrechnung liegen vor. Dann gibt es drei Wege in den Verzug:

  1. Mahnung: Du mahnst nach Fälligkeit, und dein Kunde zahlt nicht. Er ist ab der Mahnung im Verzug (§ 286 Abs. 1 BGB). Die Zustellung eines Mahnbescheids wirkt wie eine Mahnung.
  2. Kalendertermin: Habt ihr einen festen Zahlungstermin nach dem Kalender vereinbart und dein Kunde zahlt bis dahin nicht, ist er ohne Mahnung im Verzug (§ 286 Abs. 2 BGB).
  3. 30-Tage-Regel: Spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung tritt Verzug auch ohne Mahnung ein (§ 286 Abs. 3 BGB).

Die 30 Tage sind eine Obergrenze und kein gesetzliches Zahlungsziel. Kein Verzug liegt vor, solange dein Kunde den Grund für die Verspätung nicht zu vertreten hat (§ 286 Abs. 4 BGB).

Der Pflichthinweis für Verbraucher

Gegenüber Verbrauchern greift die 30-Tage-Regel nur, wenn deine Rechnung ausdrücklich auf diese Folge hinweist. Ein Satz wie „Ohne Zahlung innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang dieser Rechnung tritt nach § 286 Abs. 3 BGB Verzug ein“ gehört deshalb auf jede Rechnung an private Kunden. Fehlt er, brauchst du eine Mahnung.

Was du im Zahlungsverzug verlangen kannst

  • Verzugszinsen: 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz bei Verbrauchern, 9 Prozentpunkte zwischen Unternehmen. Im 2. Halbjahr 2026 sind das 6,52 % und 10,52 % pro Jahr.
  • Zwischen Unternehmen eine Pauschale von 40 €, auch bei Abschlagszahlungen.
  • Den weiteren Verzugsschaden, etwa nötige Kosten für Anwalt oder Inkasso; die Pauschale wird darauf angerechnet.
  • Bei VOB/B-Verträgen nach einer angemessenen Nachfrist das Recht, die Arbeit bis zur Zahlung einzustellen.

Wie verbreitet ist Zahlungsverzug am Bau?

Laut Creditreform zahlten Unternehmen im 1. Quartal 2026 im Schnitt 7,7 Tage nach Fälligkeit. Im Baugewerbe stieg der Verzug von 13,5 auf 15,0 Tage, mit weitem Abstand der schlechteste Wert aller Branchen. Wie du mit festen Abläufen dagegenhältst, steht im Eintrag Mahnwesen, welche Zahlungsziele du setzen darfst, im Ratgeber Zahlungsziel auf der Rechnung. Zahlt der Kunde trotz allem nicht, helfen der Mahnbescheid und der Ratgeber Kunde zahlt Rechnung nicht.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Ist mein Kunde im Verzug, wenn er wegen eines Mangels nicht zahlt?

Nicht unbedingt. Kann er die Beseitigung eines Mangels verlangen, darf er nach Fälligkeit einen angemessenen Teil zurückhalten, in der Regel das Doppelte der Kosten für die Beseitigung. Für diesen Teil gerät er nicht in Verzug, für den Rest schon.

Reicht ein Zahlungsziel auf der Rechnung, damit Verzug eintritt?

Ein Datum, das du nur auf die Rechnung schreibst, ist in der Regel kein vereinbarter Kalendertermin. Dafür muss der Termin im Vertrag stehen. Ohne Vereinbarung brauchst du eine Mahnung, oder es gilt die 30-Tage-Regel.

Hilft mir Factoring bei Kunden, die oft in Verzug geraten?

Mit Factoring bekommst du das Geld 48 Stunden nach dem Einreichen der Rechnung, egal wann dein Kunde zahlt. Das Nachfassen bei säumigen Kunden, also das Mahnwesen, übernehmen wir. Mit der Bonitätsampel siehst du außerdem schon vor dem Angebot, ob ein neuer Kunde ein Risiko ist.