Forderungslaufzeit (DSO)
Die Forderungslaufzeit, englisch Days Sales Outstanding (DSO), gibt an, wie viele Tage es im Schnitt dauert, bis deine Kunden ihre Rechnungen bezahlen. Sie zeigt, wie lange dein Geld nach der Rechnung noch bei Kunden liegt.
Die Forderungslaufzeit ist eine der einfachsten Kennzahlen für deine Liquidität. Je länger sie ist, desto mehr Geld finanzierst du deinen Kunden vor, und desto mehr fehlt dir für Material, Löhne und Skonto.
Wie berechnest du die Forderungslaufzeit?
Die Formel lautet: offene Forderungen ÷ Umsatz des Zeitraums × Tage des Zeitraums. Für ein ganzes Jahr nimmst du den Jahresumsatz und 365 Tage, für einen Monat den Monatsumsatz und 30 Tage.
Rechenbeispiel: Ein Elektrobetrieb macht 750.000 € Jahresumsatz. Am Stichtag sind Rechnungen über 98.000 € offen. 98.000 € ÷ 750.000 € × 365 = 47,7 Tage. Im Schnitt dauert es also fast sieben Wochen, bis das Geld für eine Rechnung kommt.
Rechne Forderungen und Umsatz entweder beide netto oder beide brutto, sonst verzerrt die Umsatzsteuer das Ergebnis. Ein einzelner Stichtag kann zufällig hoch oder niedrig liegen; aussagekräftiger ist der Durchschnitt über mehrere Monate.
Wie viel Geld steckt in deiner Forderungslaufzeit?
Umgekehrt zeigt dieselbe Rechnung, wie viel Geld bei deinen Kunden liegt: Jahresumsatz × Laufzeit in Tagen ÷ 365. Sinkt die Laufzeit im Beispiel von 47,7 auf 33 Tage, werden 750.000 € × 14,7 ÷ 365 = 30.205 € frei, ohne dass du einen Euro mehr Umsatz machst.
Was ist ein guter Wert?
Einen festen Richtwert gibt es nicht, aber Vergleichszahlen. Laut Creditreform gewährten Lieferanten im 1. Halbjahr 2026 im Schnitt 32,21 Tage Zahlungsziel. Bei den Mitgliedern des Deutschen Factoring-Verbands lag die durchschnittliche Forderungslaufzeit 2025 bei 37,1 Tagen. Liegt dein Wert deutlich darüber, lohnt ein Blick auf deine Zahlungsziele und auf Kunden, die regelmäßig in Zahlungsverzug geraten.
So senkst du die Forderungslaufzeit
- Rechnung am Tag der Abnahme schreiben, nicht am Monatsende.
- Bei längeren Aufträgen Abschläge vereinbaren.
- Zahlungseingänge wöchentlich prüfen und früh erinnern.
- Die Bonität neuer Debitoren vor dem Angebot prüfen.
- Rechnungen per Factoring verkaufen: Dann kommt dein Geld 48 Stunden nach dem Einreichen, egal wie lange dein Kunde braucht.
Wie du die Kennzahl in deine Planung einbaust, zeigt der Ratgeber Liquiditätsplanung im Handwerksbetrieb. Was frei werdendes Geld beim Materialeinkauf bringt, steht im Ratgeber Skonto ziehen.
Häufige Fragen
Was bedeutet DSO?
DSO steht für Days Sales Outstanding, also die Tage, die ein Umsatz im Schnitt als offene Forderung aussteht. Gemeint ist dasselbe wie mit Forderungslaufzeit oder Debitorenlaufzeit. Die Abkürzung begegnet dir oft in Auswertungen von Bank oder Steuerbüro.
Zählt die Zeit bis zur Rechnung mit?
Nein, die Forderungslaufzeit beginnt mit der Rechnung. Die Tage zwischen Fertigstellung und Rechnung kommen aber obendrauf, wenn du wissen willst, wie lange dein Geld insgesamt fehlt. Deshalb lohnt es sich, Rechnungen sofort nach der Abnahme zu schreiben.
Verkürzt Factoring meine Wartezeit, auch wenn mein Kunde spät zahlt?
Ja, denn das Geld kommt 48 Stunden nach dem Einreichen der Rechnung, unabhängig davon, wann dein Kunde zahlt. Dein Kunde kann nach Absprache sogar ein längeres Zahlungsziel bekommen, ohne dass du länger wartest. Kunden berichten von bis zu 90 Tagen.