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Factoring-Lexikon

Abtretung (Zession)

Eine Abtretung, auch Zession genannt, ist ein Vertrag, mit dem ein Gläubiger seine Forderung auf einen neuen Gläubiger überträgt. Der neue Gläubiger tritt an die Stelle des alten, der Schuldner muss dafür nicht zustimmen (§ 398 BGB).

  • Erklärt von Rene van Laer

Für Handwerksbetriebe ist die Abtretung kein Juristenthema, sondern Alltag. Großhändler lassen sich Forderungen im Voraus abtreten, Banken nehmen sie als Sicherheit, und beim Factoring ist sie der Kern: Du verkaufst eine Forderung, und mit der Abtretung geht sie auf den Factor über.

Wie funktioniert eine Abtretung?

Es braucht nur zwei Beteiligte: dich als bisherigen Gläubiger, im Fachjargon Zedent, und den neuen Gläubiger, den Zessionar. Dein Kunde als Schuldner muss nicht zustimmen. Der Kauf einer Forderung ist rechtlich ein Rechtskauf, für den das Kaufrecht entsprechend gilt (§ 453 BGB).

Am Inhalt der Forderung ändert sich für deinen Kunden nichts. Einwendungen, die er gegen dich hatte, etwa wegen eines Mangels, kann er auch dem neuen Gläubiger entgegenhalten (§ 404 BGB).

Was passiert, wenn dein Kunde nichts von der Abtretung weiß?

Zahlt er in Unkenntnis weiter an dich, wird er trotzdem frei (§ 407 BGB). Deshalb unterscheidet man zwei Formen:

  • Offene Abtretung: Dein Kunde erfährt von der Abtretung und zahlt an den neuen Gläubiger. Zeigst du ihm die Abtretung an, musst du diese Anzeige gegen dich gelten lassen (§ 409 BGB).
  • Stille Abtretung: Dein Kunde erfährt nichts und zahlt weiter an dich. Du leitest das Geld weiter.

Beim Factoring mit Rene zahlt dein Kunde an ein anderes Konto, mehr ändert sich für ihn nicht. Was die beiden Wege jeweils bedeuten, erklärt der Ratgeber Offenes oder stilles Factoring.

Achtung bei Abtretungsverboten

Manche Auftraggeber schließen die Abtretung in ihren Verträgen oder Einkaufsbedingungen aus. Ein solches Verbot wirkt grundsätzlich (§ 399 BGB). Eine wichtige Ausnahme macht § 354a HGB: Ist der Vertrag für beide Seiten ein Handelsgeschäft oder ist dein Kunde eine juristische Person des öffentlichen Rechts, ist die Abtretung einer Geldforderung trotzdem wirksam. Dein Kunde darf dann aber weiter mit befreiender Wirkung an dich zahlen.

Ein Handelsgeschäft setzt voraus, dass beide Seiten Kaufleute sind. Eine GmbH ist stets Kaufmann, ein kleiner, nicht eingetragener Handwerksbetrieb nur, wenn er einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Prüf deshalb vor dem Start, ob deine Verträge Abtretungsverbote enthalten und ob du Forderungen schon an Bank oder Lieferanten abgetreten hast, etwa über einen verlängerten Eigentumsvorbehalt.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Kann ich eine Forderung abtreten, die schon meiner Bank als Sicherheit dient?

Eine Forderung lässt sich nur einmal wirksam abtreten, in der Regel zählt die frühere Abtretung. Hast du deiner Hausbank Forderungen als Sicherheit abgetreten, etwa per Globalzession, muss das vor einem Factoring geklärt werden. Sprich das im Erstgespräch offen an.

Was ist der Unterschied zwischen Abtretung und Forderungsverkauf?

Der Verkauf ist das Geschäft, die Abtretung die Übertragung. Beim Forderungsverkauf einigst du dich mit dem Käufer auf den Kauf, mit der Abtretung geht die Forderung dann tatsächlich auf ihn über. Beim echten Factoring kommt beides zusammen.

Verliert mein Kunde durch die Abtretung seine Rechte?

Nein. Er kann Mängel, Kürzungen oder andere Einwendungen aus dem Auftrag auch gegenüber dem neuen Gläubiger geltend machen. Für ihn ändert sich in erster Linie, an wen er zahlt. Fragen zur Leistung klärt er weiter mit dir.