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Factoring-Lexikon

Factor

Ein Factor ist ein Finanzdienstleister, der laufend Forderungen aus Rechnungen ankauft und dem Verkäufer das Geld auszahlt, bevor dessen Kunde bezahlt. Beim echten Factoring übernimmt er zusätzlich das Risiko, dass der Kunde nicht zahlen kann.

  • Erklärt von Rene van Laer

Beim Factoring arbeiten drei Seiten zusammen: dein Betrieb, der seine Rechnungen verkauft, dein Kunde, der sie bezahlt, und der Factor in der Mitte. Fachleute nennen dich den Anschlusskunden und deinen Kunden den Debitor.

Was macht ein Factor?

  • Er kauft deine Forderung. Mit dem Kauf geht sie per Abtretung auf ihn über.
  • Er zahlt dich aus, ohne dass du auf das Zahlungsziel deines Kunden warten musst.
  • Er trägt beim echten Factoring das Ausfallrisiko, das sogenannte Delkredere.
  • Er übernimmt Dienstleistungen wie Rechnungsversand, Überwachung der Zahlungseingänge und Mahnwesen.

Wer darf Factor sein?

Factoring ist in Deutschland eine Finanzdienstleistung nach dem Kreditwesengesetz. Das Gesetz beschreibt es als laufenden Ankauf von Forderungen auf der Grundlage von Rahmenverträgen, mit oder ohne Rückgriff (§ 1 Abs. 1a KWG). Wer das gewerbsmäßig betreibt, braucht eine Erlaubnis der BaFin und steht unter ihrer Aufsicht (§ 32 KWG). Erlaubnispflichtig ist Factoring seit dem 25.12.2008.

Für reine Factoring-Institute gilt eine erleichterte Aufsicht: Viele Bankvorschriften, etwa zu Eigenmitteln und Liquidität, gelten für sie nicht (§ 2 Abs. 7a KWG). Ob ein Unternehmen die Erlaubnis hat, kannst du in der Unternehmensdatenbank der BaFin nachsehen.

Zur Einordnung: Laut Jahresbericht des Deutschen Factoring-Verbands nutzten 2025 insgesamt 112.025 Unternehmen Factoring. Über 94 % der Kunden lagen im Segment kleiner und mittlerer Unternehmen mit einem Factoring-Volumen bis 10 Mio. €.

Worauf du bei der Wahl des Factors achtest

  • Kennt er das Handwerk mit Abnahme, Abschlägen, Einbehalten und Mängelrügen?
  • Ist der Forderungsausfallschutz inklusive, und was genau deckt er ab?
  • Wie schnell kommt das Geld, und wie einfach reichst du Rechnungen ein?
  • Hast du einen festen Ansprechpartner oder nur eine Hotline?

Die ausführliche Liste steht im Ratgeber Factoring-Anbieter auswählen. Bei handwerkmitzukunft.de hast du mit Rene van Laer einen persönlichen Ansprechpartner statt Callcenter. Das Geld ist 48 Stunden nach dem Einreichen deiner Rechnung auf deinem Konto, der Forderungsausfallschutz ist inklusive. Wie Factoring grundsätzlich funktioniert, erklärt der Ratgeber Was ist Factoring?

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Ist ein Factor eine Bank?

Nicht unbedingt. Factoring-Unternehmen sind Finanzdienstleistungsinstitute mit eigener Erlaubnis der BaFin und müssen keine Bank sein. Manche gehören zu Bankengruppen, andere sind eigenständig.

Was unterscheidet einen Factor von einem Inkassobüro?

Ein Factor kauft deine Rechnung, solange sie frisch ist, und zahlt dich vorab aus. Ein Inkassobüro treibt eine überfällige Forderung für dich ein, das Geld bekommst du erst, wenn dein Kunde zahlt. Mehr dazu im Eintrag Inkasso.

Lohnt sich ein Factor auch für kleinere Betriebe?

Factoring lohnt sich ab etwa 150.000 € Jahresumsatz. Entscheidend ist weniger die Betriebsgröße als die Frage, wie lange dein Geld bei Kunden liegt und wie viel du vorfinanzierst. Das rechnet Rene im kostenlosen Erstgespräch mit dir durch.