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Ratgeber · Factoring-Grundlagen

Was ist Factoring? Einfach erklärt für Handwerksbetriebe

Factoring ist, einfach erklärt, ein Forderungsverkauf: Du verkaufst deine offenen Rechnungen laufend an ein Factoring-Unternehmen und hast das Geld kurz nach dem Einreichen, statt bis zum Ende des Zahlungsziels zu warten. Beim echten Factoring trägt der Käufer auch das Risiko, dass dein Kunde nicht zahlen kann. Seit Dezember 2008 braucht Factoring in Deutschland eine Erlaubnis der BaFin.

  • Von Rene van Laer
  • 7 Min. Lesezeit
  • Aktualisiert am 31. Oktober 2026

Was ist Factoring genau?

Factoring ist der Verkauf von Rechnungen. Du hast einen Auftrag erledigt und die Rechnung geschrieben. Statt zu warten, bis dein Kunde zahlt, verkaufst du diese Forderung an ein Factoring-Unternehmen, den sogenannten Factor. Er zahlt dir das Geld aus, und dein Kunde überweist später an ihn.

Im Kreditwesengesetz steht dazu ein kurzer Satz: „der laufende Ankauf von Forderungen auf der Grundlage von Rahmenverträgen mit oder ohne Rückgriff“ (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG). Darin stecken drei Dinge, die du als Betriebsinhaber kennen solltest:

  • Laufend: Factoring ist kein einmaliger Notverkauf. Du reichst Rechnung für Rechnung ein, so wie sie im Betrieb anfallen.
  • Rahmenvertrag: Die Zusammenarbeit wird einmal geregelt. Danach verhandelst du nicht bei jeder Rechnung neu.
  • Mit oder ohne Rückgriff: Entweder trägt der Factor das Risiko, dass dein Kunde nicht zahlen kann, oder er darf sich das Geld bei einem Ausfall von dir zurückholen. Das ist der Unterschied zwischen echtem und unechtem Factoring.

Rechtlich ist Factoring ein Forderungsverkauf. Du verkaufst ein Recht, nämlich deinen Anspruch auf den Werklohn. Für diesen Kauf gilt das Kaufrecht entsprechend (§ 453 BGB). Die Forderung geht durch eine Abtretung auf den Factor über (§ 398 BGB). Ab dann ist er der Gläubiger und nicht mehr du.

Wichtig für das Vertrauen: Factoring ist in Deutschland eine Finanzdienstleistung. Wer sie gewerbsmäßig anbietet, braucht seit dem 25. Dezember 2008 eine Erlaubnis der BaFin und steht unter ihrer Aufsicht.

Wie Factoring im Handwerksbetrieb abläuft

Für dich als Handwerker sieht der Alltag mit Factoring bei Rene van Laer so aus:

  1. Rechnung schreiben: wie bisher, sobald die Arbeit erledigt ist.
  2. Einreichen: Du lädst die Rechnung im Onlineportal hoch. Das dauert rund zwei Minuten.
  3. Geld bekommen: 48 Stunden nach dem Einreichen ist das Geld auf deinem Konto.
  4. Versand: Den Rechnungsversand an deinen Kunden übernehmen wir. Er zahlt an ein anderes Konto, mehr ändert sich für ihn nicht.
  5. Mahnwesen: Zahlt der Kunde nicht rechtzeitig, kümmert sich das Factoring-Team um Erinnerung und Mahnung. Du schreibst keine Mahnungen mehr.
  6. Ausfallschutz: Der Forderungsausfallschutz ist inklusive. Wenn dein Kunde nicht zahlt, dann zahlen wir.

Jeden Schritt, vom ersten Gespräch bis zur ersten Auszahlung, beschreibt der Ratgeber Factoring-Ablauf genauer.

„Heute stellen wir unsere Rechnungen, laden die ins Portal hoch und haben innerhalb von zwei Tagen unser Geld dann auf dem Konto.“

So beschreibt es Patrick Otto, Inhaber eines Baustoffhandels in Königswinter-Thomasberg, im Video-Interview. Vorher hat er nach eigener Aussage meist 20 bis 40 Tage auf sein Geld gewartet.

Was sich für deinen Kunden ändert

Erstaunlich wenig. Dein Kunde bekommt die Rechnung, prüft sie wie gewohnt und überweist auf ein anderes Konto. Betrag und Zahlungsziel bleiben so, wie du sie mit ihm vereinbart hast. Fragen zur Arbeit selbst, etwa zu einer Position im Aufmaß, klärst du weiter direkt mit ihm, denn die Leistung hast du erbracht.

Manche Betriebe nutzen Factoring sogar als Argument im Angebot: Längere Zahlungsziele für deine Kunden sind nach Absprache möglich, ohne dass du selbst länger wartest. Kunden von Rene berichten von bis zu 90 Tagen.

Die drei Aufgaben von Factoring

Factoring erledigt drei Dinge auf einmal. Oft ist deshalb von den drei Funktionen des Factorings die Rede. Für einen Handwerksbetrieb heißen sie ganz praktisch:

  • Finanzierung: Du hast das Geld für erledigte Arbeit, bevor dein Kunde zahlt. Laut BaFin gehört diese Finanzierungsfunktion zum Factoring dazu. Ein Dienst, der erst bei Fälligkeit auszahlt, fällt nicht unter den gesetzlichen Begriff.
  • Schutz vor Ausfall: Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Risiko, dass dein Kunde zahlungsunfähig wird. Fachleute nennen das Delkredere.
  • Service: Rechnungsversand, Überwachung der Zahlungseingänge und Mahnwesen laufen über den Factor. Das spart Büroarbeit, die in vielen Betrieben nach Feierabend erledigt wird.

Nicht jedes Angebot deckt alle drei Aufgaben ab. Beim unechten Factoring fehlt der Ausfallschutz, beim reinen Fälligkeitsfactoring die schnelle Auszahlung. Frag deshalb genau nach, was enthalten ist.

Echtes, unechtes, offenes und stilles Factoring

Vier Begriffe solltest du auseinanderhalten, bevor du Angebote vergleichst:

  • Echtes Factoring: Der Factor kauft die Forderung endgültig und trägt das Ausfallrisiko.
  • Unechtes Factoring: Fällt dein Kunde aus, darf der Factor auf dich zurückgreifen. Der Bundesgerichtshof sieht darin ein Kreditgeschäft.
  • Offenes Factoring: Dein Kunde weiß von der Abtretung und zahlt direkt an den Factor.
  • Stilles Factoring: Dein Kunde erfährt nichts davon und zahlt weiter an dich.

Bei Rene van Laer läuft Factoring echt und offen: Der Forderungsausfallschutz ist enthalten, den Rechnungsversand übernehmen wir, und dein Kunde zahlt an ein anderes Konto. Die Unterschiede im Detail erklären die Ratgeber echtes und unechtes Factoring sowie offenes oder stilles Factoring.

Was der Ausfallschutz nicht abdeckt

Ein Punkt wird oft missverstanden. Der Ausfallschutz greift, wenn dein Kunde nicht zahlen kann, etwa weil er insolvent ist. Er greift nicht, wenn dein Kunde wegen eines Mangels oder eines Streits über die Leistung zu Recht weniger zahlt. In der Regel haftest du dafür, dass die Forderung besteht und die Arbeit vertragsgemäß erledigt ist. Fachleute sprechen von Verität. Dein Kunde behält seine Einwände nämlich auch gegenüber dem Factor (§ 404 BGB).

Saubere Abrechnung zählt doppelt

Factoring ersetzt keine ordentliche Abrechnung, es belohnt sie. Beim Bauvertrag wird die Vergütung erst fällig, wenn der Kunde die Arbeit abgenommen hat und eine prüffähige Schlussrechnung vorliegt (§ 650g Abs. 4 BGB). Als prüffähig gilt sie, wenn der Kunde nicht innerhalb von 30 Tagen nach Zugang begründete Einwände erhebt. Ein unterschriebenes Abnahmeprotokoll, ein gemeinsames Aufmaß und schriftlich bestätigte Nachträge machen deine Forderung belastbar, mit und ohne Factoring.

Was Factoring nicht ist

  • Kein klassischer Kredit: Beim echten Factoring verkaufst du etwas, das dir schon zusteht, nämlich den Lohn für erledigte Arbeit. Du zahlst nichts zurück, und es gibt keinen Kreditrahmen, der irgendwann ausgeschöpft ist.
  • Kein Inkasso: Ein Inkassobüro treibt Geld ein, wenn eine Rechnung schon überfällig ist. Factoring setzt früher an, direkt nach der Rechnung.
  • Keine Notlösung: Laut Deutschem Factoring-Verband nutzten 2025 rund 112.000 Unternehmen Factoring. Über 94 % dieser Kunden gehören zum Segment der kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Factoring-Volumen bis 10 Mio. €.

Rechenbeispiel: Wie viel Geld bei deinen Kunden liegt

Was Factoring für die Liquidität bewegt, zeigt eine einfache Formel: Jahresumsatz × durchschnittliche Wartezeit in Tagen ÷ 365. Das Ergebnis ist der Betrag, der im Schnitt in offenen Rechnungen steckt.

Rechenbeispiel (ausgedacht): Ein Elektrobetrieb mit fünf Mitarbeitern macht 480.000 € Umsatz im Jahr. Gewerbekunden und Hausverwaltungen zahlen im Schnitt nach 41 Tagen.

  • Ohne Factoring liegen im Schnitt 480.000 € × 41 ÷ 365 = 53.918 € bei Kunden.
  • Mit Geld 48 Stunden nach dem Einreichen sind es 480.000 € × 2 ÷ 365 = 2.630 €.
  • Rund 51.000 € stehen dem Betrieb also früher zur Verfügung, für Material, Löhne oder das Skonto beim Großhandel.

Zum Vergleich mit dem Markt: Im ersten Halbjahr 2026 räumten Lieferanten ihren Kunden laut Creditreform im Schnitt 32,21 Tage Zahlungsziel ein, der höchste Wert seit 2019. Überfällige Rechnungen wurden im Schnitt 8,14 Tage zu spät bezahlt.

Für welche Betriebe Factoring passt

Factoring lohnt sich ab etwa 150.000 € Jahresumsatz. Besonders viel bringt es, wenn du für gewerbliche Auftraggeber, Bauträger, Generalunternehmer oder die öffentliche Hand arbeitest, viel Material vorfinanzierst oder dein Betrieb gerade wächst. Ob alle oder nur einzelne Rechnungen über Factoring laufen, klärt Rene individuell im Strategiegespräch. Eine ausführliche Selbstprüfung findest du im Ratgeber Für wen lohnt sich Factoring?.

So startest du

  1. Kostenloses Erstgespräch: über das Kontaktformular oder telefonisch unter 0160 96971320.
  2. Strategiegespräch: Rene schaut ehrlich auf deine Zahlen, also Umsatz, Kunden und Wartezeiten, und rechnet durch, was Factoring für deinen Betrieb bringt.
  3. Einrichtung: Wir richten alles für deinen Start ein.
  4. Erste Rechnung: Du lädst sie im Onlineportal hoch. 48 Stunden später ist das Geld auf deinem Konto.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Ist Factoring dasselbe wie ein Kredit?

Beim echten Factoring nicht. Du verkaufst eine Forderung aus erledigter Arbeit und musst nichts zurückzahlen, wenn dein Kunde ausfällt. Anders beim unechten Factoring: Dort darf der Factor bei einem Ausfall auf dich zurückgreifen, deshalb sieht der Bundesgerichtshof darin ein Kreditgeschäft.

Was ist ein Factor?

So heißt das Unternehmen, das deine Rechnungen kauft. Es zahlt dir den Betrag aus, zieht das Geld bei deinem Kunden ein und trägt beim echten Factoring das Ausfallrisiko. Wer in Deutschland gewerbsmäßig Factoring anbietet, braucht dafür eine Erlaubnis der BaFin.

Merkt mein Kunde, dass ich Factoring nutze?

Beim offenen Factoring ja, und so läuft es auch bei Rene van Laer. Dein Kunde bekommt die Rechnung von uns und überweist auf ein anderes Konto, sonst ändert sich für ihn nichts. Es hilft, Stammkunden vorher kurz Bescheid zu geben.

Kann ich Factoring auch nur für einzelne Rechnungen nutzen?

Ob alle Rechnungen oder nur ein Teil über Factoring laufen, legt Rene individuell im Strategiegespräch mit dir fest. Ausschlaggebend sind deine Kunden, deine Rechnungsgrößen und die Stellen, an denen du heute am längsten auf Geld wartest.

Wie schnell habe ich mit Factoring mein Geld?

48 Stunden nachdem du die Rechnung im Onlineportal eingereicht hast, ist das Geld auf deinem Konto. Das Hochladen dauert rund zwei Minuten pro Rechnung, um den Versand an deinen Kunden kümmern wir uns.