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Ratgeber · Liquidität & Zahlungsziele

Skonto berechnen und beim Großhandel ziehen: So rechnet es sich

Skonto berechnest du als Prozentsatz vom Rechnungsbetrag: 3 % von 10.000 € sind 300 €. Wichtiger ist der effektive Jahreszins. Wer 2 % Skonto liegen lässt und nach 30 statt nach 10 Tagen zahlt, zahlt umgerechnet rund 36,7 % Zinsen im Jahr. Skonto zu ziehen lohnt sich deshalb, solange dich das Geld für die frühe Zahlung weniger kostet.

  • Von Rene van Laer
  • 6 Min. Lesezeit
  • Aktualisiert am 31. Oktober 2026

Was ist Skonto?

Skonto ist ein Preisnachlass dafür, dass du eine Rechnung innerhalb einer kurzen Frist bezahlst. Typisch auf Großhandelsrechnungen: „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto.“ Zahlst du in den ersten 10 Tagen, ziehst du 2 % ab. Sonst zahlst du den vollen Betrag bis zum 30. Tag.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Skonto gibt es nicht. Skonto gilt nur, wenn er vereinbart ist, mit Prozentsatz und Frist. Ist die VOB/B vereinbart, steht es dort ausdrücklich: „Nicht vereinbarte Skontoabzüge sind unzulässig.“ (§ 16 Abs. 5 Nr. 2 VOB/B). Auf der Rechnung muss eine im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts angegeben sein (§ 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 7 UStG). Bei einer schriftlichen Skontovereinbarung genügt nach dem BMF-Schreiben vom 15.10.2026 ein allgemeiner Hinweis in der Rechnung, wenn sich die Unterlagen kurzfristig vorlegen und leicht prüfen lassen.

Skonto berechnen: Betrag und effektiver Jahreszins

Der Skontobetrag ist einfach: Rechnungsbetrag × Skontosatz. Bei einer Rechnung über 10.000 € und 3 % Skonto sind das 300 €, du überweist 9.700 €.

Spannender ist die Frage, was dich das Liegenlassen kostet. Wer Skonto nicht nutzt, bekommt vom Lieferanten Kredit für die Tage zwischen Skontofrist und Zahlungsziel. Bezahlt wird dieser Kredit mit dem entgangenen Skonto. Umgerechnet auf ein Jahr ergibt das den effektiven Jahreszins. Die übliche kaufmännische Formel lautet:

Effektiver Jahreszins = Skontosatz ÷ (100 − Skontosatz) × 360 ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist)

Rechenbeispiel: 2 % Skonto bei Zahlung in 10 Tagen, sonst 30 Tage netto. 2 ÷ 98 × 360 ÷ 20 = rund 36,7 % im Jahr. Für 20 Tage Aufschub zahlst du also einen Preis, der einem Jahreszins von 36,7 % entspricht.

Weitere Rechenbeispiele mit derselben Formel:

  • 3 % in 10 Tagen, sonst 30 Tage: 3 ÷ 97 × 360 ÷ 20 = rund 55,7 % im Jahr
  • 2 % in 14 Tagen, sonst 30 Tage: 2 ÷ 98 × 360 ÷ 16 = rund 45,9 % im Jahr
  • 3 % in 14 Tagen, sonst 45 Tage: 3 ÷ 97 × 360 ÷ 31 = rund 35,9 % im Jahr
  • 1 % in 10 Tagen, sonst 30 Tage: 1 ÷ 99 × 360 ÷ 20 = rund 18,2 % im Jahr
  • 2 % in 10 Tagen, sonst 60 Tage: 2 ÷ 98 × 360 ÷ 50 = rund 14,7 % im Jahr

Je kürzer der Abstand zwischen Skontofrist und Zahlungsziel, desto teurer wird das Liegenlassen. Die Formel rechnet mit 360 Tagen und einfachem Zins. Andere Rechenwege kommen auf leicht abweichende Werte, an der Größenordnung ändert das nichts.

Was Skonto deinem Betrieb im Jahr bringt

Die Formel für den Jahreswert ist schlicht: Materialeinkauf × Skontosatz.

Rechenbeispiel: Ein SHK-Betrieb kauft im Jahr für 350.000 € Material beim Großhandel, von der Wärmepumpe bis zur Armatur. Der Großhandel gibt 2 % Skonto bei Zahlung in 10 Tagen.

  • Zieht der Betrieb jedes Mal Skonto, spart er 7.000 € im Jahr.
  • Bei 3 % Skonto wären es 10.500 € im Jahr.
  • Arbeitet der Betrieb mit 8 % Umsatzrendite, müsste er für 7.000 € zusätzlichen Gewinn rund 87.500 € mehr Umsatz machen (7.000 € ÷ 8 %).

Skonto ist damit eine der einfachsten Gewinnquellen im Betrieb. Es braucht keinen neuen Kunden und keine Überstunde, nur Geld zur richtigen Zeit.

Lohnt sich Skonto auch mit geliehenem Geld?

In den meisten Fällen ja. Vergleiche den effektiven Jahreszins des Skontos mit dem Zins deiner Kreditlinie.

Rechenbeispiel: Rechnung über 10.000 €, 2 % Skonto in 10 Tagen, sonst 30 Tage. Du zahlst am 10. Tag 9.800 € und nimmst das Geld für 20 Tage aus deinem Kontokorrentkredit. Angenommen, der kostet dich 11 % im Jahr:

  • Zinsen für 20 Tage: 9.800 € × 11 % × 20 ÷ 360 = 59,89 €
  • Gesparter Skonto: 200 €
  • Vorteil: 140,11 €

Solange dein Kreditzins unter dem effektiven Skontozins liegt, rechnet sich das. Wie ein Kontokorrentkredit funktioniert und wann eine andere Finanzierung besser passt, steht im Ratgeber Factoring oder Kontokorrentkredit.

Warum Handwerksbetriebe Skonto liegen lassen

Am Rechnen liegt es selten. Meist fehlt schlicht das Geld zur richtigen Zeit. Der Großhandel will nach 10 Tagen bezahlt werden, der eigene Kunde zahlt nach 30, 45 oder 60 Tagen, nach Abnahme und Prüfung. Dazwischen liegt die Vorleistung.

Wie viel Geld dauerhaft bei deinen Kunden liegt, zeigt die Formel Jahresumsatz × Wartezeit in Tagen ÷ 365. Rechenbeispiel: Bei 900.000 € Umsatz und 40 Tagen Wartezeit sind das rund 98.630 €. Genau dieses Geld fehlt, wenn die Skontofrist läuft.

Weitere Gründe aus dem Alltag:

  • Eingangsrechnungen bleiben im Postfach oder auf dem Beifahrersitz liegen, bis die Frist vorbei ist.
  • Rechnungen werden nur einmal im Monat bezahlt statt in einem festen Rhythmus.
  • Läuft die Skontofrist ab Rechnungsdatum und kommt die Rechnung erst Tage später an, ist ein Teil der Frist schon weg.
  • Niemand im Betrieb hat den Überblick, welche Frist wann endet.

So nutzt du Skonto im Betrieb: Checkliste

  1. Skontofristen sichtbar machen: Jede Eingangsrechnung bekommt am Tag des Eingangs ihr Skontodatum, in der Buchhaltungssoftware oder als Vermerk auf dem Beleg.
  2. Zwei feste Zahltage pro Woche: So erwischst du jede 10-Tage-Frist.
  3. Bedingungen lesen: Ab wann läuft die Frist, ab Rechnungsdatum oder ab Zugang? Gilt Skonto auch auf Fracht und Pfand?
  4. Skonto verhandeln: Bei großem Einkaufsvolumen sind ein höherer Satz oder eine längere Skontofrist oft Verhandlungssache.
  5. Liquidität planen: Wer weiß, wann Geld kommt, kann Skonto fest einplanen. Wie das geht, steht im Ratgeber Liquiditätsplanung.
  6. Kundenrechnungen schneller zu Geld machen: Je früher deine eigenen Rechnungen bezahlt sind, desto leichter fällt der Skonto beim Lieferanten.

Wenn dein Auftraggeber Skonto abzieht

Am Bau kommt es vor, dass Auftraggeber von deinen Rechnungen Skonto abziehen. Das ist nur erlaubt, wenn ihr es vereinbart habt. Im VOB/B-Vertrag sind nicht vereinbarte Skontoabzüge ausdrücklich unzulässig. Prüf bei jedem Abzug drei Punkte:

  • Gibt es eine Vereinbarung? Steht der Skonto im Vertrag, im Verhandlungsprotokoll oder in deinem Angebot?
  • Wofür gilt er? Nur für die Schlusszahlung oder auch für jeden Abschlag? Das sollte die Vereinbarung klar regeln.
  • Wurde die Frist eingehalten? Kommt die Zahlung nach Ablauf der Skontofrist, darf dein Auftraggeber nichts abziehen.

Fehlt eine dieser Voraussetzungen, fordere den abgezogenen Betrag schriftlich nach und setz eine Frist. Für den offenen Rest gelten die normalen Regeln zu Fälligkeit und Verzug. Bei Firmenkunden kommen im Verzug Zinsen von 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz dazu.

Skonto an deine Kunden geben?

Die Formel gilt auch umgekehrt. Bietest du deinen Kunden 2 % Skonto für Zahlung in 10 statt 30 Tagen, bezahlst du für 20 Tage früheres Geld umgerechnet rund 36,7 % im Jahr. Das kann sich lohnen, wenn du das Geld dringend brauchst. Es ist aber ein teurer Weg.

Wenn du Skonto anbietest, gehört er klar auf die Rechnung: Prozentsatz, Frist, Betrag und das Datum, bis zu dem ohne Abzug gezahlt wird. Formulierungen dafür stehen im Ratgeber Zahlungsziel auf der Rechnung. Zieht ein Kunde Skonto, obwohl die Frist vorbei oder nichts vereinbart ist, schuldet er dir den Rest.

Mit Factoring brauchst du für schnelles Geld keinen Kundenskonto. Du lädst die Rechnung im Onlineportal hoch, und 48 Stunden später ist das Geld auf deinem Konto. So kannst du beim Großhandel selbst Skonto ziehen. Was das für Heizungs- und Sanitärbetriebe bedeutet, steht unter Factoring für SHK-Betriebe. Ob es zu deinem Betrieb passt, klärt Rene im kostenlosen Erstgespräch.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Darf ich Skonto abziehen, wenn ich die Frist um einen Tag verpasse?

Nein, Skonto gilt nur innerhalb der vereinbarten Frist. Danach schuldest du den vollen Betrag. Manche Lieferanten sind kulant, einen Anspruch darauf hast du aber nicht. Plane Zahlungen deshalb mit ein oder zwei Tagen Puffer.

Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Skonto?

Nein. Weder BGB noch HGB noch UStG kennen einen Skontoanspruch. Skonto gilt nur, wenn er vereinbart ist, zum Beispiel in den Zahlungsbedingungen des Großhandels oder im Angebot. Im VOB/B-Vertrag sind nicht vereinbarte Skontoabzüge ausdrücklich unzulässig.

Lohnt sich auch 1 % Skonto?

Meist ja. Bei 1 % in 10 Tagen statt 30 Tagen liegt der effektive Jahreszins bei rund 18,2 %. Vergleiche das mit dem Zins, den dich deine Kreditlinie kostet. Liegt der darunter, rechnet sich der Skonto auch mit geliehenem Geld.

Ab wann läuft die Skontofrist?

Das regelt die Vereinbarung, also die Liefer- und Zahlungsbedingungen deines Lieferanten. Dort steht meist, ob die Frist ab Rechnungsdatum oder ab Eingang der Rechnung läuft. Steht nichts drin, frag nach und lass es dir schriftlich bestätigen.

Muss Skonto auf der Rechnung stehen?

Ja, ein im Voraus vereinbarter Skonto gehört als Entgeltminderung auf die Rechnung (§ 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 7 UStG). Bei einer schriftlichen Vereinbarung reicht laut BMF-Schreiben vom 15.10.2026 ein allgemeiner Hinweis, wenn die Unterlagen schnell vorgelegt und leicht geprüft werden können.