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Ratgeber · Factoring-Grundlagen

Offenes oder stilles Factoring: Was erfährt mein Kunde?

Beim offenen Factoring weiß dein Kunde von der Abtretung und zahlt direkt an den Factor. Beim stillen Factoring erfährt er nichts, zahlt weiter an dich, und du leitest das Geld in der Regel weiter. Bei Rene van Laer läuft Factoring offen: Den Rechnungsversand übernehmen wir, dein Kunde zahlt an ein anderes Konto, mehr ändert sich für ihn nicht. Auch das Mahnwesen übernehmen wir komplett.

  • Von Rene van Laer
  • 6 Min. Lesezeit
  • Aktualisiert am 31. Oktober 2026

Der Unterschied: Weiß dein Kunde Bescheid oder nicht?

Beim Factoring verkaufst du deine Rechnung, und die Forderung geht per Abtretung auf den Factor über (§ 398 BGB). Offen und still beschreiben nur, ob dein Kunde davon erfährt:

  • Offenes Factoring: Die Abtretung wird deinem Kunden angezeigt. Er zahlt direkt an den Factor.
  • Stilles Factoring: Dein Kunde erfährt nichts. Er zahlt weiter an dich, und du leitest das Geld in der Regel an den Factor weiter.

Beides funktioniert rechtlich, weil das Gesetz den Kunden schützt. Zahlt er an dich, ohne von der Abtretung zu wissen, ist er seine Schuld trotzdem los. So steht es in § 407 BGB: Der neue Gläubiger muss eine Zahlung an den bisherigen Gläubiger gegen sich gelten lassen, „es sei denn, dass der Schuldner die Abtretung bei der Leistung oder der Vornahme des Rechtsgeschäfts kennt“. Genau deshalb wird beim offenen Factoring die Abtretung angezeigt: Ab dann weiß dein Kunde, wohin das Geld gehört.

Wie funktioniert offenes Factoring?

Beim offenen Factoring läuft die Zahlung auf geradem Weg. Dein Kunde bekommt die Rechnung mit dem Hinweis auf die Abtretung und der Bankverbindung des Factors. Er prüft sie wie gewohnt und überweist dorthin. Zahlt er nicht pünktlich, erinnert und mahnt der Factor, denn ihm gehört die Forderung.

Bei Rene van Laer läuft Factoring offen. Für dich sieht das so aus:

  1. Du schreibst die Rechnung und lädst sie im Onlineportal hoch, rund zwei Minuten pro Rechnung.
  2. Den Rechnungsversand an deinen Kunden übernehmen wir.
  3. 48 Stunden nach dem Einreichen ist das Geld auf deinem Konto.
  4. Dein Kunde zahlt an ein anderes Konto, mehr ändert sich für ihn nicht.
  5. Das Mahnwesen übernehmen wir komplett. Und wenn dein Kunde nicht zahlt, dann zahlen wir.

Malermeister Felix Jung beschreibt im Video-Interview, wie sich das anfühlt:

„In dem Moment, wo die Rechnung beim Kunden eintrifft, per Post, habe ich mein Geld schon auf dem Konto.“

Der Vorteil für dich: Die Zahlungswege sind klar, du musst nichts weiterleiten, und die ganze Arbeit rund um den Zahlungseingang ist aus deinem Büro verschwunden. Wie der Weg einer Rechnung im Einzelnen aussieht, beschreibt der Ratgeber Factoring-Ablauf.

Wie funktioniert stilles Factoring?

Beim stillen Factoring bleibt nach außen alles beim Alten. Du verschickst deine Rechnungen selbst, mit deiner Bankverbindung. Dein Kunde zahlt an dich. Der Factor zahlt dir den Rechnungsbetrag zwar vorab aus, tritt gegenüber deinem Kunden aber nicht in Erscheinung.

Daraus folgt, was beim stillen Factoring in der Regel bei dir bleibt:

  • Rechnungsversand: Du verschickst die Rechnungen weiter selbst.
  • Zahlungskontrolle: Du prüfst, welche Rechnungen bezahlt sind, und gibst die Zahlungen an den Factor weiter.
  • Mahnwesen: Weil der Factor nicht sichtbar ist, mahnst du säumige Kunden in der Regel selbst.

Stilles Factoring nimmt dir also die Wartezeit ab, aber kaum Büroarbeit. Manche Betriebe wählen es trotzdem, weil sie fürchten, ihre Kunden könnten Factoring falsch verstehen. Ob ein Anbieter stilles Factoring überhaupt anbietet und zu welchen Bedingungen, ist unterschiedlich.

Was dein Kunde beim offenen Factoring wirklich merkt

Die Sorge vor der Reaktion der Kunden ist der häufigste Grund, warum Handwerker zögern. In der Praxis ändert sich für den Kunden wenig:

  • Die Rechnung kommt mit einer anderen Bankverbindung.
  • Betrag und Zahlungsziel bleiben so, wie du sie vereinbart hast.
  • Fragen zur Arbeit selbst, also zu Mengen, Mängeln oder Nachträgen, klärt er weiter mit dir.
  • Fragen zur Zahlung beantwortet das Factoring-Team.

Maximilian Wirz, der in Much einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb führt, hat genau das erlebt. Im Interview sagt er:

„Es gab in der Anfangszeit manche Kunden die das kritisch gesehen haben … aber wenn man da ein bisschen auf die Kunden eingeht, also im Nachhinein war es dann kein Problem mehr.“

Ähnlich ging es dem Baustoffhändler Patrick Otto aus Königswinter-Thomasberg. Er hatte anfangs Bedenken, wie seine Kunden reagieren würden. Heute sieht er es nach eigenen Worten umgekehrt, weil er ihnen dank Factoring ein längeres Zahlungsziel und eine andere Zahlungsmethode anbieten kann. Das ganze Gespräch gibt es im Video-Interview.

Ist offenes Factoring ein schlechtes Zeichen?

Nein. Factoring ist eine gewöhnliche Finanzdienstleistung, die in Deutschland unter Aufsicht der BaFin steht. Laut Deutschem Factoring-Verband nutzten 2025 rund 112.000 Unternehmen Factoring. Das nationale Factoring wuchs um 8 % auf 302,9 Mrd. € angekaufte Forderungen. Die größten Branchen sind Handel, Gesundheitswesen und Ernährungsgewerbe, also ganz normale Unternehmen.

Dazu kommt ein Argument, das du deinen Kunden aktiv anbieten kannst: Längere Zahlungsziele sind nach Absprache möglich, ohne dass du selbst länger wartest. Kunden von Rene berichten von bis zu 90 Tagen. Für einen Bauträger oder eine Hausverwaltung, die selbst auf Geld wartet, ist das ein echtes Entgegenkommen. Was beim Zahlungsziel erlaubt und üblich ist, steht im Ratgeber Zahlungsziel im Handwerk.

So erklärst du deinen Kunden den Wechsel

Ein guter Start ist vor allem eine Frage der Kommunikation. Diese fünf Schritte haben sich bewährt:

  1. Vorher ankündigen: Sag deinen Stammkunden Bescheid, bevor die erste Rechnung mit neuer Bankverbindung kommt. Überraschungen sorgen für Rückfragen, eine Ankündigung nicht.
  2. Den Grund nennen: Planbare Liquidität, schnellere Materialbestellung, mehr Zeit für die Baustelle statt fürs Büro. Das sind Gründe, die jeder Auftraggeber versteht.
  3. Ansprechpartner klären: Fragen zur Leistung gehen an dich, Fragen zur Zahlung an das Factoring-Team.
  4. Stammdaten aktualisieren lassen: Hausverwaltungen, Generalunternehmer und öffentliche Auftraggeber pflegen Bankverbindungen in ihren Systemen. Eine kurze schriftliche Mitteilung verhindert Fehlüberweisungen.
  5. Den Vorteil anbieten: Wenn es passt, biete einem wichtigen Kunden nach Absprache ein längeres Zahlungsziel an.

Ein möglicher Satz für das Anschreiben: „Ab dem 1. Dezember erhalten Sie unsere Rechnungen über unseren Partner für das Forderungsmanagement. Bitte überweisen Sie ab dann auf das dort angegebene Konto. An Ansprechpartnern, Leistungen und Zahlungszielen ändert sich nichts.“

Rechtliche Feinheiten, die du kennen solltest

  • Sicherheit für deinen Kunden: Die Abtretungsanzeige muss der bisherige Gläubiger gegen sich gelten lassen, auch wenn die Abtretung nicht erfolgt oder unwirksam ist (§ 409 BGB). Zahlt dein Kunde nach der Anzeige an den Factor, ist er also auf der sicheren Seite.
  • Einwände bleiben erhalten: Dein Kunde kann gegenüber dem Factor alles einwenden, was er auch dir gegenüber hätte einwenden können (§ 404 BGB), zum Beispiel einen Mangel. Factoring nimmt ihm keine Rechte.
  • Abtretungsverbote: Schließt ein gewerblicher Auftraggeber die Abtretung in seinen Bedingungen aus, ist sie zwischen Kaufleuten trotzdem wirksam. Der Kunde darf dann aber weiter mit befreiender Wirkung an dich zahlen (§ 354a HGB).

Offen oder still: Was passt zu deinem Betrieb?

Offenes Factoring passt, wenn du die Arbeit rund um Rechnungsversand, Zahlungseingang und Mahnwesen wirklich loswerden willst und klare Zahlungswege suchst. Stilles Factoring kann passen, wenn dir die unveränderte Außenwirkung wichtiger ist als die Entlastung im Büro. Dann bleiben Versand, Kontrolle und Mahnen bei dir.

Unabhängig von offen oder still lohnt der Blick auf eine zweite Frage: Trägt der Factor das Ausfallrisiko oder nicht? Das erklärt der Ratgeber echtes und unechtes Factoring. Bei Rene van Laer ist der Forderungsausfallschutz inklusive.

Wie deine Kunden auf Factoring reagieren würden und wie du den Start am besten ankündigst, kannst du im kostenlosen Erstgespräch mit Rene besprechen, auch telefonisch unter 0160 96971320.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Muss ich meinen Kunden sagen, dass ich Factoring nutze?

Beim offenen Factoring erfährt er es ohnehin, weil ihm die Abtretung angezeigt wird und die Rechnung auf ein anderes Konto verweist. Ein kurzer Hinweis vorab ist trotzdem sinnvoll, vor allem bei Stammkunden. Dann wirkt der Wechsel geplant und nicht überraschend.

Ist stilles Factoring rechtlich zulässig?

Ja. Eine Abtretung ist auch ohne Wissen des Kunden wirksam (§ 398 BGB). Zahlt der Kunde in Unkenntnis an dich, wird er frei (§ 407 BGB), und du gibst das Geld in der Regel an den Factor weiter.

Wer mahnt beim offenen Factoring?

Der Factor, denn ihm gehört die Forderung. Bei Rene van Laer übernimmt das Factoring-Team das Mahnwesen komplett. Du schreibst keine Erinnerungen und Mahnungen mehr.

Ändert sich beim offenen Factoring das Zahlungsziel für meinen Kunden?

Nein, das Zahlungsziel bleibt so, wie du es mit deinem Kunden vereinbarst. Nach Absprache sind sogar längere Zahlungsziele möglich, ohne dass du selbst länger wartest. Kunden von Rene berichten von bis zu 90 Tagen.

Warum entscheiden sich manche Betriebe für stilles Factoring?

Meist aus Sorge, Kunden könnten Factoring als Zeichen von Geldnot verstehen. Dafür bleiben Versand, Zahlungskontrolle und Mahnwesen beim Betrieb. Kunden von Rene erzählen in ihren Videos, dass sich ihre anfänglichen Bedenken beim offenen Factoring gelegt haben.